Ein dynamisches Spiel mit Verbindungen, bei dem Trennungen nicht immer von Nachteil sind.
Wer erreicht als Erster mit mindestens einem Stein seiner Gruppe die Grundlinie des Spielpartners?
Zu Beginn des Spiels werden je 20 Spielsteine auf den beiden breiteren Seiten des Spielbretts aufgestellt (Abb. 1). Die jeweils 10 Felder der ersten Reihe auf jeder Seite werden “Grundlinien” genannt.

Abb. 1 – Startaufstellung und Grundlinien
Grundsätzlich gilt: Nach jedem Zug müssen alle Steine der Spieler in jeweils einer einzigen Gruppe verbunden sein. Die Bewegung eines Steins darf auch über nicht verbundene Felder führen, nach Abschluss muss die Verbindung jedoch wieder hergestellt sein.
Alle orthogonal oder diagonal verbundenen Steine eines Spielers (Abb. 2) werden als “Gruppe” bezeichnet. Auch ein einzelner verbliebener Stein stellt noch eine Gruppe dar!

Abb. 2 – Alle Steine der Spieler müssen immer verbunden sein.
Die Spieler übernehmen jeweils die Spielsteine einer Farbe. Weiß beginnt, danach ziehen die Spieler abwechselnd.
Die Steine ziehen grundsätzlich vorwärts (gerade oder diagonal) oder seitwärts (nach links oder rechts), niemals rückwärts und nie über andere Steine hinweg. Wird seitwärts gezogen, folgt immer ein Anschlusszug noch in derselben Runde. Das heißt, der ziehende Spieler muss noch einen beliebigen Zug machen (nicht notwendigerweise mit den gerade gezogenen Spielsteinen). Diesmal muss jedoch vorwärts (gerade oder diagonal) gezogen werden.
siehe Zugrichtungen
Man kann immer zwischen einem Einzelzug und einem Ordozug wählen. Passen ist nicht erlaubt.
Ein einzelner Spielstein kann vorwärts (gerade oder diagonal) oder seitwärts (nach links oder rechts) in gerader Linie über beliebig viele freie Felder ziehen (Gruppenregel beachten!). Er kann den Zug auf einem freien oder einem von einem gegnerischen Stein besetzten Feld beenden. Der gegnerische Stein ist damit geschlagen (s. u., Schlagen und Teilen einer Gruppe).

Abb. 3 – Die Möglichkeiten eines Einzelzuges: Der markierte weiße Stein hat hier 11 Zugmöglichkeiten. Ein Zug auf Feld a ist nicht möglich, da sonst die eigene Gruppe geteilt würde. Außerdem muss, wenn der Spieler nach links oder rechts zieht, ein weiterer beliebiger Vorwärtszug folgen.
Zwei oder mehr Spielsteine einer Farbe, die in einer horizontalen oder vertikalen (niemals diagonalen) Linie verbunden sind, werden „Ordo“ genannt. Ein Ordo zieht, wie ein einzelner Stein, vorwärts (gerade oder diagonal) oder seitwärts (nach links oder rechts) in gerader Linie über beliebig viele freie Felder (Gruppenregel beachten!).
Ein Ordo kann grundsätzlich nicht schlagen.
Bei der Bewegung ziehen die Ordo-Steine gleichzeitig und je nach Ausrichtung entweder parallel nebeneinander oder hintereinander in einer Linie. Nach einem Seitwärtszug muss, wie immer, ein beliebiger Vorwärtszug folgen.

Abb. 4 – Beispiele für Ordozüge: nebeneinander seitwärts (a), vorwärts gerade (b) oder diagonal (c) – oder hintereinander vorwärts (d) oder seitwärts (e).
Endet ein Einzelzug auf einem mit einem gegnerischen Stein besetzten Feld, wird dieser Stein geschlagen und vom Brett genommen. Sollte der letzte verbliebene Stein eines Spielers geschlagen werden, so hat dieser Spieler sofort verloren.
Teilt der angreifende Spieler durch Schlagen die Gruppe des Spielpartners, muss er alle Steine dieses Spielers, die nach dem Entfernen des geschlagenen Steins nicht mit der größten noch bestehenden Teilgruppe verbunden sind, vom Brett entfernen.

Abb. 5 – Nachdem der weiße Stein geschlagen hat, wird zusätzlich die abgetrennte Gruppe a entfernt.
Gibt es mehrere gleich große Teilgruppen, muss der angreifende Spieler wählen, welche Steine entfernt werden sollen. Es muss immer die größte einzelne Gruppe übrigbleiben.

Abb. 6 – Die Gruppe c muss entfernt werden, bei den gleich großen Gruppen a und b hat der Angreifer die Wahl.
Wird die gegnerische Grundlinie mit mindestens einem eigenen Stein erreicht, ist das Spiel gewonnen.

Abb. 7 – Schwarz zieht seitwärts mit Stein a, schlägt einen weißen Stein und entfernt zusätzlich den abgetrennten weißen Stein b. Gleich darauf (nach dem Seitwärtszug!) macht Schwarz noch zusammen mit Stein c einen Ordozug auf die gegnerische Grundlinie nach d und gewinnt damit das Spiel.

Abb. 8 – Schwarz am Zug ist stark unter Druck (Abb. 8), kann das Spiel aber noch gewinnen. Sehen Sie wie?

Abb. 9 – Es gibt eine einzige Lösung (Abb. 9): Schwarz zieht zur Seite, schlägt einen weißen Stein und entfernt den abgetrennten weißen Stein (Zug a). Danach zieht Schwarz diagonal vorwärts und schlägt einen weiteren weißen Stein (Zug b). Weiß kann nun weder den schwarzen Stein stoppen noch im nächsten Zug gewinnen. Sehen Sie was passiert wäre, hätte Schwarz den weißen Stein c geschlagen?
siehe Knifflige Aufgaben

ordo lat.: Reihe, Ordnung
Wer erreicht als Erster mit mindestens einem Stein die gegnerische Grundlinie? Alle Steine eines Spielers müssen nach jedem Zug wieder als Gruppe verbunden sein.
Ein Spiel von Dieter Stein